Gehalt und Zeit für die Auszeit oder den Ruhestand sparen

 

Mehr Zeit auf dem Konto

Stellen Sie sich vor, ihre Beschäftigten könnten Gehalts- und Zeitanteile auf einem Lebensarbeitskonto ansparen, damit sie diese in einer späteren Auszeit nutzen und trotzdem weiterhin Renten- sowie sozialversichert sind.

Die dabei eingesetzten Gehaltsbestandteile sind dabei in dieser Ansparphase mangels Zufluss beim Arbeitnehmer nicht steuer- oder sozialversicherungspflichtig.

 

Diese Zeitguthaben können für Fortbildungen, ein Sabbatical, eine Pflege-Auszeit, den vorgezogenen Ruhestand usw. genutzt werden.

Erst mit der Inanspruchnahme tritt dabei die Steuer- und Sozialversicherungspflicht aus dem dort angesparten Volumen ein.

Ziel ist es dabei auch, die Mitarbeiter über ein „langfristiges Versprechen” zu binden.

Warum aber sollte dieses System nicht auch für Gesellschafter und Geschäftsführer gelten?

Der Bundesfinanzhof hat in  seinem jüngeren Urteil vom 22.2.2018 (VI R 17/16) eine wichtige Korrektur hinsichtlich der Einrichtung von Wertguthabenkonten nach § 7 SGB IV (umgangssprachlich: Zeitwertkonten) vorgenommen.

Diese höchstrichterliche Rechtsprechung ist dabei von den bisherigen Verwaltungsanweisungen aus dem  BMF-Schreiben vom 17. Juni 2009 (BStBl I 2009, 1286, A.IV.2.b.) klar abgewichen. Dort war es Kapitalgesellschaften generell untersagt, solche Konten mit steuer- und SV-rechtlicher Begünstigung für ihre Organe einzurichten.

Neben dem dort entschiedenen Einzelfall gibt der Bundesfinanzhof auch Hinweise für die Gruppe der Gesellschafter-Geschäftsführer. Unter Ziffer 44 dieses Urteils deutet der BFH darauf hin, dass die Einschränkung auch für diese GF-Gruppe hinfällig sein könnte. Der BFH formuliert hierzu u.a.: „Gutschriften auf einem Wertguthabenkonto zur Finanzierung eines vorzeitigen Ruhestands sind kein gegenwärtig zufließender Arbeitslohn“.

Die Optimierung und Ausnutzung der Möglichkeiten bei der Errichtung eines Zeitwertkontos sollten auch für Gesellschafter-Geschäftsführer Leitbild für eine optimale Gestaltung von Bestandteilen ihres Arbeitslohnes sein. Dabei ist es für die steuerliche Optimierung wichtig, den durch die Verwaltungsanweisungen im Schreiben des BMF vom 17.Juni 2009 auf Grundlage der steuerlichen Rahmenbedingungen entgegenzuwirken.

Gern konzipieren wir mit Ihnen gemeinsam ein Angebot aus dem komplexen rechtlichen Geflecht dieser für den Mittelstand  vielschichtigen Möglichkeiten einer optimalen Ressourcenbündelung von Arbeitszeit und Arbeitslohn.

 

Siehe auch Artikel in der FAZ vom 08.09.2018 und WELT vom 19.03.2019, die auf mich verweisen.

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Heinrich Wolter

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